Ergebnisse von Culture on Prescription wurden in den Niederlanden sehr begrüßt

Am 21. März 2024 organisierte AFEdemy zusammen mit der Stiftung Golden Days in Utrecht ein Treffen zum Thema, wie kulturelle Aktivitäten genutzt werden können, um Gefühlen der Einsamkeit sowie Isolation entgegenzuwirken. Für AFEdemy war dies eine gute Gelegenheit, die Projektergebnisse des Erasmus+ Projekts Kultur auf Rezept zu präsentieren.

Willeke van Staalduinen, die Geschäftsführerin von AFEdemy, präsentierte den nationalen Bericht, der auf der Grundlage ihrer Forschung für das Projekt erstellt wurde. Die Schlussfolgerung der Recherche war, dass in mehreren niederländischen Projekten bereits erfolgreich mit Kunst und Kultur auf Rezept experimentiert wurde. Die Untersuchung ergab, dass es mehr Klarheit darüber geben muss, wie professionelle Künstler*innen auf die Rolle und Aufgaben als Kursleitung vorbereitet werden können. Dieser Aspekt wurde im Rahmen des Projekts untersucht, und eine der Empfehlungen lautet, einen Vorbereitungsworkshop für professionelle Künstler*innen zu organisieren, der den Einsatz von Rollenspielen beinhaltet. AFEdemy präsentierte diese und weitere Projektergebnisse, die auf der Website zu finden sind werden.

Zu diesem Anlass wurde Ingrid Smit, die Expertin von LCKA, eingeladen und von Bart Borsje von AFEdemy interviewt. Ingrid Smit wies darauf hin, dass das Interesse an Kunst und Kultur auf Rezept in den Niederlanden deutlich zunimmt. Strukturelle Fördermittel sind jedoch noch immer nicht verfügbar. Was die Ergebnisse von Kunst und Kultur als pflegerische, präventive oder therapeutische Maßnahme betrifft, so würde man erwarten, dass ein recht hierauf im Sozial- oder Pflegegesetz ferstgeschrieben wird. Es gibt noch einiges zu tun, um dies zu erreichen. Der anwesende Vertreter des Long Live Art Fund erklärte, dass Künstler*innen für diese Art von Initiativen Fördermittel beantragen können. Der Fonds wurde speziell zu diesem Zweck eingerichtet: Kunst als Mittel zur Verbesserung des Wohlbefindens älterer Menschen.

Die Reaktionen der Anwesenden zeigten, dass insbesondere befürchtet wird, dass der niederländische Kultursektor unter dem neuen Kabinett stark beschnitten wird. Dies hat zur Folge, dass Projekte wie Culture on Prescription nicht durchführbar sind, obwohl in der Praxis nachgewiesen wurde, dass solche Projekte sehr geschätzt werden und der Einsamkeit entgegenwirken. Die Stadt Amsterdam hat ihre eigenen Erkenntnisse mit Kultur auf Rezept geteilt. Sie verwendet dazu das Verfahren des “Social Prescribing”. Ein*e Patient*in erhält ein Rezept von einer medizinischen Fachkraft, das ihn mit einem “Wohlfühl-Coach” verbindet. Dieser Coach spricht mit dem oder der Patient*in, um ihre bzw. seine Bedürfnisse zu ermitteln. Wenn der Coach oder die oder der Patient*in der Meinung sind, dass Kunst und Kultur der beste Ansatz ist, verweist der Coach den Patienten an den Kunstvermittler. Hierfür stehen 90 Künstler*innen in Amsterdam zur Verfügung. Dieses Projekt läuft bis 2026 und funktioniert sehr gut.

Die niederländische Stiftung Gouden Dagen stellte ebenfalls ihre Ergebnisse aus dem Projekt “Community Care Worker” vor. Beide Erasmus+ Projekte passen gut zusammen, obwohl sie unterschiedlich konzipiert sind. Die Anwesenden zeigten, dass sie die Initiativen sehr schätzten. Der Nachmittag endete mit einem kurzen Kunstworkshop für die Teilnehmenden, bei dem sie auch erfahren konnten, wie das Malen zu Musik das Selbstwertgefühl stärken kann.