Empfehlungen für Entscheidungsträger:innen zur Verringerung von Einsamkeit durch kulturelle Aktivitäten.

Die Herausforderungen im Umgang mit sozialer Isolation und Einsamkeit in unserer Gesellschaft sind in den letzten Jahren sehr viel deutlicher geworden, nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für viele andere Bevölkerungsgruppen.  Einsamkeit kann schwerwiegende Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit haben, was zu mehr Arztbesuchen und einer stärkeren Inanspruchnahme medizinischer Behandlungen führt.  Das Projekt “Culture on Prescription in Europe” hat gezeigt, dass kulturelle Aktivitäten wie Kunst, Musik und Theater das Wohlbefinden steigern, das Gemeinschaftsgefühl stärken und damit dem Gefühl der Einsamkeit und Isolation entgegenwirken können.

Die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen hängt von der Kooperation und Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Kultur, Gesundheit und relevante sozialen kommunalen oder Wohlfahrtsorganisationen ab. Für die Identifizierung potenzieller Projektergebnisse, wie z. B. die Verringerung der Isolation und der Gesundheitskosten, sollten politische Entscheidungsträger:innen in Kommunen und Organisationen so weit wie möglich in den Prozess der Vorbereitung eines solchen Programmes einbezogen werden. Dies kann auch zur Sicherung einer nachhaltigen Finanzierung beitragen. Programme zu „Kultur auf Rezept“ sollten für die Teilnehmenden kostenlos oder zumindest erschwinglich sein. Die Umsetzung erfordert finanzielle Unterstützung, beispielsweise durch den öffentlichen Sektor, Stiftungen oder andere externe Geldgeber. Es ist erwiesen, dass Social Prescribing-Programme die Gesundheitskosten senken, und das Culture on Prescription-Projekt, das Menschen in kulturelle Lernaktivitäten als Mittel des Social Prescribing einbezieht, hat ebenfalls demonstriert, wie dies gelingen kann.

Aufbauend auf der Erfahrungen aus dem Projekt und unter Einbeziehung lokaler Partner wurden Richtlinien für die Förderung von „Kultur auf Rezept“-Modellen auf lokaler Ebene entwickelt. Diese  zeigen Ressourcen und Informationen für eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung auf und skizzieren außerdem den jeweiligen Stand der Cultural Prescribing-Ansätze in den einzelnen Projektpartner-Ländern: https://de.culture-on-prescription.eu/resources/.